Alternativtext
Roco Silberlinge  

Ergänzend zur verfeinerten V100.10 soll hier beschrieben werden, wie zwei Silberlinge von Roco (ein ABn und ein BDnf) an die Detaillierung ihrer Zuglok angepasst werden, sodass nach den Umbaumaßnahmen ein komplett gesuperter Wendezug zur Verfügung steht.

Im Einzelnen finden sich folgende Einträge im Pflichtenheft für den Umbau der Wagen:

  • Inneneinrichtung: Farbliche Überarbeitung, neue Trennwände, Gepäckablagen, sitzende Figuren, Gepäckstücke
  • Innenbeleuchtung: mit LED, zentral vom Steuerwagen aus mit Funktionsdecoder zu schalten
  • Austausch der NEM-Radsätze gegen RP25 Code 88 Radsätze
  • Außenbereich: Durchgeätzte Rangiertritte, farbliche Überarbeitung kleinerer Strukturen (Hebel etc.), zugerüstete Pufferbohle am Steuerwagen

Material

Die Materialbeschaffung gestaltet sich zumindest in Teilen erfreulich einfach: Über das RHS-Wagenstudio werden die RP25 FineScale-Radsätze, die durchgeätzten Rangiertritte sowie ein schwarzer Faserstift zum schwärzen der Radscheiben bezogen, Riffelblechimitat in Form von Nassschiebebildern gibt es bei DS-Decals, Figuren und Gepäckstücke bei Preiser (160 sitzende Figuren, unbemalt, Farben zum bemalen der Figuren dürften in den meisten Fällen vorhanden sein), stromführende Kupplungen bei Viessmann sowie warmweisse SMD-LED nebst Widerständen und Tams Funktionsdecoder bei Conrad.

Für die Trennwände und die Gepäckablagen ist bzw. war in diesem Fall Eigeninitiative gefragt: Bereits vor einiger Zeit wurde von mir für ein anderes Projekt ein Ätzblech layoutet, auf diesem Blech war, nachdem alle Teile für das ursprüngliche Projekt untergebracht waren, noch recht viel Platz, sodass die Entscheidung viel, den noch zur Verfügung stehenden Platz für Gepäckablagen und Trennwände für Lima-Silberlinge (die Roco-Fahrzeuge waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht angekündigt) zu nutzen. Auf diese Einzelteile kann im Rahmen des Umbaus zurückgegriffen werden.

Inneneinrichtung

Der Umbau beginnt nach dem öffnen der Modelle mit der Inneneinrichtung. Während die Bänke in den Bereichen der 2. Klasse noch recht glaubhaft aussehen, sind diejenigen in der 1. Klasse definitiv zu futuristisch. Hier muss als erstes mit der Minikraft die Kopfstütze entfernt, doppelseitige Bänke getrennt und der entstandene Grat abgeschliffen werden. Nun sehen diese Sitze deutlich mehr nach dem Vorbild aus. Die Bänke werden allesamt mit einem Pinsel lackiert (2. Klasse Rotbraun, 1. Klasse Hellgrau) und beiseite gelegt. An den Abteilenden der grauen Grundplatte im Bereich des Mittelgangs werden längliche Öffnungen gefräst, diese Öffnungen dienen im späteren Verlauf des Umbaus zum Verlegen der Kabel von den stromführenden Kupplungen. Danach können die Abteilwände abgetrennt (Achtung: die Toiletten "ganz" lassen!), der Boden matt schwarz lackiert und in den Bereichen der Einstiege sowie des Gepäckabteils die Decals mit dem Riffelblechimitat aufgebracht werden. In die Sitze der zweiten Klasse werden nun mit der Trennscheibe außen am Kopfende kleine Vertiefungen gefräst (hier werden später die Gepäckablagen befestigt) und die Sitze danach wieder eingebaut. An die Rückseiten der Sitzbänke zu den Einstiegsbereichen werden die von der einen Seite Beige, von der anderen Seite Mintgrün lackierten Trennwände mit der Mintgrünen Seit zum Einstiegsbereich hin angeklebt. 

Im Bereich der 1. Klasse werden die Abteile durch Trennwände aus Polystyrol unterteilt. Kleine U-Profile auf dem Boden erleichtern die Ausrichtung, richtig stabil wird das ganze sobald die zuvor getrennten Sitzbänke eingeklebt sind.

Nun geht es an den Zusammenbau der Gepäckablagen: Eine Ablage für den 2. Klasse Bereich besteht aus insgesamt 5 Teilen, dem Grundrahmen sowie für jede Seite eine kleine und eine große Ablage, aneinander befestigt werden die Teile mit Sekundenkleber. Die Lackierung erfolgt mit der Spraydose in Bronze, danach können die Ablagen (ggf. müssen die Füße noch ein wenig gekürzt werden) - wieder mit Sekundenkleber - eingeklebt werden. Die Ablagen an den Abteilenden sowie für die 1. Klasse sind ungleich einfacher vorzubereiten: Sie bestehen nur aus einem Teil welches zurechtgebogen werden muss - fertig.

Als nächstes müssen den zuvor gemalten Preiserfiguren die Beine bis kurz unterhalb der Knie amputiert werden und diese dann nach Gefallen zusammen mit den Gepäckstücken in den Wagen Platziert werden.

Parallel oder im Anschluss werden die Fenster aus den Wagenkästen gebaut (zuerst die Lampen-Türeinheiten an den Wagenenden) damit der Kasten von innen Lackiert werden kann. Die Lackierung erfolgt nicht mit einer Spritzpistole, da dazu der Wagenkasten von Außen abgeklebt werden müsste und unklar ist, ob die Bedruckung dies ohne Schaden zu nehmen verkraftet. Also wird dem ganzen mit einem Pinsel zu Leibe gerückt: Im Bereich der Fenster erhält der Wagenkasten bis kurz über die Fensteroberkante einen beigen Anstricht, im Einstiegsbereich wieder Mintgrün und oberhalb der Fenster-/Türenoberkante in weiß. Nun können die Fentser wieder eingesetzte werden. Zum Ein- und Ausbau der Fenster noch ein kleiner Hinweis: Es hat sich gezeigt, dass insbesondere Fensterbänder schnell mit Fingerabdrücken bedeckt sind oder durch feinen Bastelstaub und anschließendem anfassen Kratzer bekommen. Mit dünnen Baumwollhandschuhen können die empfindlichen Einsätze geschützt werden…

Elektronik

Am Wagenboden werden als erstes alle KK-Köpfe ausgebaut. Damit die Kabel der stromführenden Kupplungen vernünftig geführt werden und die Bewegung der Kulissenmechanik nicht behindern wird in das Plastikteil, welches die Kupplungsköpfe aufnimmt, ein Loch gebohrt/gefräst wie. Durch diese Öffnung und die Öffnung im Boden der Inneneinrichtung können die Kabel so geführt werden, dass die Bewegung der Kulissenmechanik nicht beeinträchtigt wird.

Im Wagenboden des Steuerwagens muss zudem noch den von Hause aus verlegten Kabeln zu Leibe gerückt werden: Die original Rocoachsen sind in der Achsmitte isoliert, dadurch kann jedes Rad zur Stromabnahme herangezogen werden, bei den neu zum Einsatz kommenden Finescale-Radsätze ist jeweils ein Rad isoliert, die Achse selber ist leitend. Somit steht pro Pol nur ein Drehgestell zur Verfügung, entsprechend müssen die Kabel angelötet werden. Beim Einbau der Inneneinrichtung werden alle Kabel durch die Säule im Gepäckbereich geführt, der Decoder wird oberhalb der Fensteroberkante zwischen Trennwand zum Führerstand und der genannten Säule eingebaut damit der Durchblick durch das Gepäckabteil nicht gestört ist. Beim ABn werden die Kabeln der beiden Pupplungen symmetrisch miteinander verbunden und je ein Pol durch den Toilettenraum nach oben geführt. Die Kabel der stromführenden Kupplungen werden so verlegt, dass sie im ausgefrästen Bodenbereich eine leichte Erhebung bilden. Dadurch ist genug Reserve vorhanden damit die Kabel der Bewegung der Kupplungsdeichsel folgen können.

Von einer Euro- Punktkontaktplatinen werden mehrere Streifen abgetrennt und auf die Länge der Abteile eingepasst. Auf die Platinenstreifen werden die LED's mit den Widerständen gelötet und an die zuvor verlegten Kabel angeschlossen. Damit die Beleuchtung nicht flackert, kommt noch ein Stützkondensator zum Einsatz, dieser wird von den Dimensionen so gewählt, dass er ein einem Toilettenraum untergebracht werden kann, der Anschluss der rot/weißen Spitzenbeleuchtung erfolgt analog der Anleitung. Nun können die Wagenkästen wieder auf den Wagenboden aufgesetzt werden.

Finish

An den neuen Rädern werden mit dem Faserstift des RHS-Wagenstudios die Radscheiben von innen und außen geschwärzt und gegen die Rocoachsen ausgetauscht, die Umstellhebel an den Wagenseiten farblich hervorgehoben (weißer Untergrund, roter Stellhebel) und am Steuerwagen wird die Pufferbohle auf der Seite des "Hasenkastens" mit Kleinteilen von Weinert komplett aufgerüstet.

Zum krönenden Abschluss erhalten die Wagen nun noch durchgeätzte Rangiertritte. Die eigentlichen Tritte entstehen aus einem dünnen Ätzblech welches mehrfach gefaltet wird und ebenso wie das Löten und glatt schleifen ein wenig Übung erfordert (unbedingt die Anleitung auf www.rhs-wagenstudio.de beachten). Durch das Falten entsteht die richtige Stärke der Trittstufe, es können feine Strukturen wir Abrutschschutz nachgebildet werden. Die Halterungen für die Tritte bestehen aus Messing und werden brüniert, danach können auch die Rangiertritte angebracht werden (die vorhandenen Vertiefungen für die Roco-Rangiertritte mit einem 0,8mm Bohrer vorsichtig aufbohren).