Alternativtext
Kibri USP 2000  

Als zweites Modell der Bahndienstfahrzeugserie von Kibri habe ich mich mit dem Bausatz der Universal Schlotterplaniermaschine von Plasser & Theuerer, USP 2000 beschäftigt. Das Modell erhält im Rahmen dies Umbau einen digitalen Antrieb, Sounddecoder, Beleuchtung und diverse nachgeätzte Bauteile, sowie letztendlich eine neue, aus Nassschiebebildern hergestellte Beschriftung.

Foto: Sven Ackermann

Vorbild

Schotterplaniermaschinen dienen dazu, nach Arbeiten am Oberbau den Bettungsquerschnitt wieder herzustellen, zuviel vorhandenen Schotter zu speichern und die Oberseiten der Schwellen von Schotter zu befreien. Sie haben verschiedene Ausstattungsmerkmale für die unterschiedlichen Arbeiten wie z.B. eine Kehreinrichtung zur Reinigung der Schwellen, Planierpflüge zur Einschotterung der Bettungskrone und Flankenpflüge zur Herstellung des typischen Profils eines Bettungsgleises. Eine umfangreiche Beschreibung dieser Maschinen findet sich auf der Seite http://www.gleisbau-welt.de unter der Rubrik „Fahrzeuge“ / „Planiermaschinen“.

Fotos: Björn Büttgenbach

Modell

Kibri bietet unter der Bestellnummer 16060 das Modell einer Schotterplaniermaschine des Hersteller Plasser & Theurer an. Dieses Fahrzeug wird unter anderem auch bei der Bahn eingesetzt und soll für diesen Umbau als Vorbild dienen. Explizit die Universalschotterplaniermaschine USP 2000 SWS der DB Netz, Fahrzeugnummer 97 16 32 003 17-6, von der ich die meisten Fotos als Vorlage gefunden habe, um mich beim Bau des Modells an ihnen zu orientieren.

Führerhaus

Der Umbau beginnt mit dem Führerhaus: Als erstes werden die Löcher für die Rückspiegel an den Seitenwänden sowie die Vertiefungen für die Hörner auf dem Dach zugespachtelt und glatt geschliffen und die Lampe auf dem Steg zwischen den Frontfenstern entfernt.
Da zu erwarten ist, dass das Führerhaus im weiteren Bauverlauf des Öfteren auf- und wieder abgenommen werden muss, erscheint eine Steckverbindung zwischen Chassis und Führerhaus notwendig. Im Boden des Führerhauses wird also eine Aussparung gefräst die es ermöglicht eine Buchsenleiste einzukleben, das Gegenstück dieser Leiste klebt auf der Innenseite des Chassis. Für die Nachbildung der Befestigungsösen auf dem Dach lassen sich hervorragend Griffstangenhalter von Weinert zweckentfremden. In kleine Löcher gesteckt sieht man ihnen ihre  ursprüngliche Bestimmung nicht mehr an.
Das obere Spitzenlicht sitzt bei der gewählten Vorbildmaschine auf dem Dach, es muss also auch am Modell vorhanden sein. Basis für die Nachbildung ist ein Messingrohr mit 2mm Außendurchmesser: Aufgebohrt auf 1,8mm, eine ca. 3mm dicke Scheibe abgeschnitten und auf Polystyrol geklebt, welches wiederum um die Scheibe herum abgeschnitten wird, ergeben einen schönen Nachbau. Als Leuchtmittel dient eine warmweisse LED von Typ 0603, die – um es ein wenig pfriemelig zu machen – an den Ecken ein wenig abzuschleifen ist. Aber bitte nur soviel entfernen, dass trotzdem noch der Lackdraht angelötet werden kann… Für den Anschluss des Lackdrahts reicht ein 0,3mm Loch auf der Rückseite der selbstgebauten Lampe durch welches der Draht an den Rest der Elektronik Anschluss findet. Damit noch nicht genug der Beleuchtung am Führerhaus:
Unter dem Vordach auf der Rückseite des Führerhauses sitzen Leuchtstoffröhren. Diese können durch 3 in Reihe geschaltete LED`s nachgebildet werden, Anschluss wie gehabt durch Lackdraht und Leitlack. Das hintere Spitzenlicht entsteht aus dem Suchscheinwerfer eines Feuerwehrmodells und einer SMD-LED, im Endeffekt wie das bereits oben beschriebene dritte Spitzenlicht der Vorderseite.

Antrieb

Zum Einbau des Antriebs ist am Teil XY eine Aussparung zu fräsen, damit sich der Motor bei Kurvenfahrt frei bewegen kann. Gleichzeitig sind die seitlichen Geländer überflüssig und fallen dem Skalpell zum Opfer: Sie sind grob und werden später durch neue Ätzteile ersetzt. Zur Montage des Antriebs wird zudem am Chassis der Zapfen auf den normalerweise das hintere Drehgestell aufgesteckt wird entfernt und das verbleibende Loch aufgebohrt. Am Antrieb selber müssen die Drähte die von der Stromabnahme zum Motor führen abgelötet und an jede der 4 Kontaktstellen ein längerer Draht/Litze angelötet werden – die Steuerung soll später digital erfolgen, der Anschluss des Decoders erfolgt über eine Steckerleiste, so kann man den Antriebssatz später im Falle eines Falles zur Fehlersuche ausbauen. In das Teil, welches den Antrieb abdecken wird, werden die beiden mitgelieferten Gewichte entsprechend der Anleitung eingeklebt.
Durch Kontaktbleche am vorderen drehgestellt kann dieses ebenfalls der möglichst unterbrechungsfreien Stromversorgung dienen, der Anschluss an den Antrieb erfolgt auch hier wieder durch einen Stecker, damit das Drehgestell bei Bedarf ausgebaut werden kann. Die Ausbaufähigkeit erfordert es auch, in den Zapfen auf den das Drehgestell aufgesteckt wird ein Gewinde zu schneiden, da eigentlich nur ein fester Einbau vorgesehen ist…

Fahr- und Sounddecoder

Der kombinierte Fahr- und Sounddecoder lässt sich am besten im Bereich der Kehreinrichtung unterhalb des Führerhauses unterbringen. Der Decoder passt genau in das Bauteil, das ausreichend Bautiefe aufweist, um auch noch ein paar zusätzliche Kühlelemente unter zu bringen – der Tran-Decoder wird im Betrieb recht warm, was dem dünnen Kunststoff ohne zusätzliche Kühlelemente nicht sonderlich gut bekommt. Durch ein Loch auf der Oberseite der Kehreinrichtung können die Kabel unauffällig zu der Steckerleiste geführt werden, die das Chassis mit dem Führerhaus verbindet und als zentraler Verteiler dient. Für den Lautsprecher ist Platz im Bereich unterhalb des Schotterspreichers.

Beleuchtung #1

Die Frontlampen des Modells sind fest an den Rahmen angespritzt und massiv ausgeführt. Sie sind für den Einbau der LED’s (ebenfalls der Bauform 0603)  auf 2mm auf zu bohren. Die LED’s werden wieder mit Lackdraht angeschlossen und pro Seite und Farbe in Reihe geschaltet. Durch den Einbau bevor das Modell lackiert wird, müssen die LED’s zwar vor dem Lackieren mit flüssigem Maskierfilm abgedeckt werden, allerdings werden die Teile des Lackdrahts, die nicht in unsichtbaren Bereichen verlegt werden können so mitlackiert. Die Lampenscheiben entstehen im späteren Bauverlauf aus WindowColor, die silbernen Ringe um die Lampen herum aus geätzten Neusilberringen.

Schotterspeicher

Auf den Seiten des Schotterspeichers ist bei dem Kibri-Modell eine größere Fläche vorhanden auf der laut Anleitung ein Firmenlogo von Plasser & Theurer angebracht werden soll. Beim gewählten Vorbild ist diese Fläche nicht vorhanden, aus diesem Grund muss der gesamte obere Bereich des Schotterspeichers entfernt, und aus einer Polystyrolpatte sowie Profilen neu aufgebaut werden. Den zu entfernende Bereich kann man mit einem dünnen Sägeblatt abtrennen und als Vorlage für den Nachbau verwenden. Dieser sollte zunächst etwas größer ausfallen und dann nach und nach durch vorsichtiges Feilen auf die richtigen Maße gebracht werden. Die streben werden aus dünnem Polysyrolstreifen nachgebildet.

Beleuchtung #2

Im Bereich des Schotterpfluges sitzen diverse Arbeitsscheinwerfer. Wie bereits beim hinteren, oberen Spitzenlicht des Führerhaus können die vorhandenen Scheinwerfer durch beleuchtete Arbeitsscheinwerfer aus dem Feuerwehrmodellbau ersetzt werden. Die Lackdrähte führt man  einfach durch die aufgebohrten Löcher, in welche die Scheinwerfer gesteckt werden und verbindet die Drähte im Schotterspeicher. Als Tarnung kann man einen Styroporaufsatz mit Schotter in den Speicher stecken, damit die Drähte nicht mehr sichtbar sind.

Kleinteile

Im Vergleich des Kibri-Modell mit den Vorbildfotos ist unverkennbar, dass dem Modell ein nicht unwesentlicher Teil der Leitungen etc. fehlen. Um diese nachzubilden, habe ich einen Großteil der Teile nachgezeichnet und ätzen lassen. Unter diesen Teilen befinden sich neben diversen Leitungshaltern, verfeinerten Trittstufen und dem bereits weiter oben erwähnten Geländer auch einige Universell einsetzbare Teile wie Zettelkästen oder Gepäckablagen für Nahverkehrswagen.
Zusätzlich zu den Teilen auf dem Ätzblech sind am Schotterspeicherdie diversen Ventile der Hydraulikleitungen mit Kleinteilen von Weinert nachgebildet, ebenso wie Kupplungsflansch und Bremsschläuche.

 

Aktueller Stand

Soweit der Baubericht bis zum heute noch aktuellen Stand. Der nächste Schritt besteht in der Anfertigung der gesamten Beschriftung mit einem Grafikprogramm und natürlich dem Erstellen der  Decals. Aufgrund des Zeitaufwandes der dazu nötig ist, wird das Modell wohl noch weitere Zeit warten müssen, bis ich es eines Tages vollende. Momentan hat der Bau an meiner Anlage und den passenden Fahrzeugen eine höhere Priorität, weshalb ich mich auch dazu entschlossen habe, das Modell im derzeitigen, unfertigen Zustand zu präsentieren.

Datei(en)

  • usp2000.zipJeweils Vorder- und Rückseite des Ätzblechs, einmal im PDF-Format und einem im Format von Becker-CAD 3.0