Alternativtext
Konzept & Planung  

Der Raum

Seit dem Umzug in eine neue Wohnung im Februar 2005 steht mir ein ca. 3x4 Meter großer Raum als "Labor" zur Verfügung, der für das Hobby genutzt wird. Da es sich um einen Durchgangsraum in die Waschküche handelt, und ich keinen zusätzlichen Bastelplatz im Rest der Wohnung aushandeln konnte, kann nicht der gesamte Platz des Raumes für eine Anlage genutzt werden. Aufgrund der Lage der Türen ergibt sich eine vernünftig nutzbare Anlagenfläche von ca. 1,2m x 4,1m, wobei ein Ende der Anlage schmaler ist, da hier eine der beiden Türen den Platz beim öffnen beansprucht. Der Keller ist ausgebaut, gefliest, nur leider ohne Heizung und im Sommer muss auf alle Fälle ein Luftentfeuchter her. In der o.g. Waschküche hinter dem Labor ist eine weitere Arbeitsplatte eingebaut, sodass die Arbeiten im eigentlichen Anlagenraum auf den Kleinkram beschränkt werden können.

Die vorhandenen Schränke werden entfernt oder umgestellt und unter die Decke werden ungefähr auf Höhe der Anlagenkante mehrere Leuchtstoffröhren montiert, damit die Anlage später vernünftig ausgeleuchtet ist. Zur Vorderseite hin werden die Lampen bei Gelegenheit mit einer Sichtblende versehen.

Epoche & Thema

Streckenkarte 1964: Das Bergische Land.
Streckenkarte 1964: Das Bergische Land.

Eine in Modellbahnerkreisen bisher vernachlässigte Region ist das Bergische Land. Diese Region hatte früher eine ansehnliche Zahl an Nebenstrecken (siehe Karte links) in Kombination mit einer höchst interessanten industriellen Infrastruktur zu bieten und übt eine große Faszination auf mich auf. Daher ist es naheliegend, die Anlage in dieser Region anzusiedeln.

Der Zeitraum, den die Anlage darstellt, ergibt sich im Rahmen der detaillierten geografischen Einordnung bei der Betrachtung, welche Fahrzeuggattungen in welchem Zeitraum im Bergischen Land stationiert waren. Grundsätzlich bin ich den Epochen III und IV gegenüber aufgeschlossen, allerdings kommt die letztgenannte modellbahnerisch deswegen nicht infrage, weil die Platzverhältnisse nur den Bau eines kleinen Nebenbahnbahnhofs zulassen. Damit auch in der Epoche IV ein abwechslungsreicher Fahrzeugpark zum Einsatz kommen kann, müsste dieser Bahnhof meines Erachtens eine Oberleitung erhalten - damit laufe ich aber Gefahr, dass die Anlage überladen aussehen wird, zudem scheint es rech schwierig zu sein, eine vernünftig aussehende Oberleitung zu bauen: Die wenigsten Anlagen, die ich bis heute mit Oberleitung gesehen habe, haben wir wirklich gefallen. Und zu guter letzt: Die Anlage soll in 3 Teile zerlegbar sein, ein weiterer Punkt der gegen eine Oberleitung spricht. 

Also ein Nebenbahn-Bahnhof in der Epoche 3. Die nächste Überlegung ist nun, wie der zur Verfügung stehende Platz am besten genutzt werden kann. Bei einem Durchgangsbahnhof gehen auf jeder Seite vorm Zug schon mal mindestens 50cm Platz für den Gleisbogen sowie der Platz für die Weichen weg (und diese 50cm sind eigentlich schon jenseits der Schmerzgrenze). Also wäre es optimal, wenn man auf der einen Seite auf den Gleisbogen und möglichst viele Weichen verzichten kann - somit sind wir beim Thema Kopfbahnhof angekommen. Das Thema Kopfbahnhof für sich ist schon in gewissem Maße ein Garant für recht umfangreiche Rangierarbeiten (und das ist Gut!), besser wird es noch, wenn einige Industrieanschlüsse sowie umfangreiche Verladeanlagen für Güter vorhanden sind. Und wenn man den Kopfbahnhof letztendlich nicht als End- sondern als Spitzkehrenbahnhof konzipiert, können auch mal ein paar Zugkreuzungen stattfinden...

Planung

Das Thema steht fest, also geht es an die ersten Planungen. Die MIBA hatte vor einiger Zeit eine Serie mit dem Titel "Wenn's nicht mehr weiter geht", eine Serie über Nebenbahn- Endbahnhöfe, aus der zunächst einige Anregungen übernommen werden können. Weiterhin habe ich mir diverse Bücher mit verschiedensten Gleisplänen und Anleitungen zur Anlagenplanung zugelegt sowie im Internet recherchiert. Die nutzbare Fläche liegt bei ca. 4,1m x 1,2m, sodass recht schnell klar ist, dass die Gleisanlagen, sollen sie denn halbwegs glaubhaft wirken, nicht sehr üppig ausfallen können. So entstehen mehrere Pläne, von denen die meisten aber nur kurze Zeit und mehr oder weniger überzeugen können - eigentlich eher garnicht...

Geplant wird zunächst mit einer Testversion von Wintrack, letztendlich sind mir fast 100 Euro für eine Planungssoftware, die ich nur für einen überschaubaren Zeitraum nutze zu teuer, sodass ich auf WinRail umsteige. 

Die Anlage ist so geplant, dass sie in 3 Teile zerlegt werden kann: zwei 1,5m lange Segmente und ein 1,2m langes Segment ergeben später die Anlage. So ist gewährleistet, dass die Anlage einen Umzug unbeschadet überstehen wird (was zwar in naher Zukunft nicht geplant ist, aber man kann ja nie wissen). Bei der Planung muss darauf geachtet werden, dass keine Weichen mitten auf den Segmentübergängen liegen. 

Der Plan

Die Basis für"meinen" Plan stammt von der Internetseite http://lokalbahn-reminiszenzen.de/ von Thomas Englich. Unter dem Menüpunkt "WEG Gomaringen" findet sich am Ende der Seite die Vorlage die ich für den unten zu sehenden Plan verwendet habe. Zunächst wird der Plan ziemlich genau mit 11° Weichen und dem Tillig-System nachkonstruiert:

Die Gleisanlagen sind hier bereits deutlich reduziert, trotzdem sind alle Vorgaben erfüllt: Ein Kopfbahnhof mit der Funktion als Spitzkehrenbahnhof, 5 Werksanschlüsse bzw. Bereiche die der Güterabfertigung dienen, schlanke Weichen gepaart mit Bahnsteiglängen von ca. 1,5m.

Nachdem klar ist, dass sich die Vorgaben umsetzen lassen, wird der Plan mit WinRail auf die Grundfläche übertragen. Hierbei gilt es folgendes zusätzlich zu berücksichtigen: Die 11° Weichen von Tillig werden durch 10° Weichen, EKW und DKW von Weller ersetzt.

Die beiden Ausfahrgleise bieten kurz nach den Tunneleinfahrten die Möglichkeit eines Gleiswechsels und führen im Anlagenhintergrund über eine Rampe zum einem Gleiswendel und dem ca. 20cm unter der Oberkante liegenden Schattenbahnhof. Hier gibt es sowohl Durchfahr- als auch Stumpfgleise, der gesamte nicht sichtbare Bereich besteht aus Tillig Elite Gleismaterial. Das etwas schief wirkende Durchgangsgleis ist im Übrigen kein Planungsfehler, sondern entsteht durch die Rücksichtnahme auf die Trennstellen der Segmente...

Zu guter letzt der gesamte Plan in der 3D-Ansicht mit eingeblendeten Spanten bzw. einmal mit einer groben Landschaftsdarstellung. Im Bereich des Schattenbahnhofs sind keine Aussparungen für die Gleise zu sehen: Diese mit WinRail zu zeichnen ist mir noch nicht gelungen, es sollte für den Betrachter aber nachvollziehbar sein wie ich es mir gedacht habe.

Ein weiteres Original aus dem Bergischen

In dem Buch "Eisenbahnen im Oberbergischen und die Geschichte de Bw Dieringhausen" findet sich neben vielen anderen interessanten Bahnhöfen einiges zum Bahnhof Morsbach. Beim Blick auf den Gleisplan fällt die ausgeprägte Ähnlichkeit zu dem von mir entwickelten Gleisplan auf. Der fiktive Bahnhof kann also sehr gut im Bergischen Land gelegen haben. 

Gleisplan des Bahnhofs Morsbach aus dem Oberbergischen. Plan: Sammlung Christoph Marschner
Gleisplan Morsbach