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Die Betriebsstellen  

Ziel dieser Seite ist es, eine detaillierte Übersicht über die Betriebsstellen der Dhünntalbahn zu geben und zu überlegen, welche Waren dort in welche Richtung (Schienen – Straße oder Straße – Schiene) umgeschlagen wurden. Anhand dieser Überlegungen ergeben sich die Gattungen der am häufigsten vertretenen  Güterwagen, die auf der Anlage eingesetzt werden (können).

Die Betriebsstellen sind einzeln behandelt um anhand historischer Fotos (soweit vorhanden und verwendbar) eine grobe Vorstellung zu geben, wie die beladenen Wagen für die jeweiligen Ladestellen ausgesehen haben könnten und idealerweise wie die typischen Lade/Entladevorgänge ausgesehen haben (Letzteres zumindest für die Ladestellen des darzustellenden Bahnhof Bergisch Rath).  Dazu bleibt festzuhalten, dass Fotos von bestimmten Ladegütern oder Ladesituationen schwer zu finden sind, auch wenn man sich 100%ig sicher ist, passende Bilder bereits Hunderte male gesehen zu haben…

Eine abschließende Zusammenfassung der Gattungen mit einem Überblick über das Vorkommen der jeweiligen Gattung im Jahre 1964 ist am Ende der Seite mit dem globalen Konzept zu finden. Es sei an dieser Stelle aber erneut und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Liste allenfalls ein Anhaltspunkt ist. Natürlich werden bei Bedarf auch Wagen hier nicht gelisteter Gattungen in die Züge eingereiht. Apropos Gattungen: Für die jeweiligen Gattungen ist in den Übersichten der Ladestellen jeweils der UIC-Kennbuchstabe angegeben. 

Güterschuppen

Schuppen und Ladekran am Bahnhof Kräwinklerbrücke.
Ladekran am Bahnhof Kräwinklerbrücke.Foto: T-Leicht, Bildquelle: Der Bahnhof Kräwinklerbrücke in S/W

An allen drei Bahnhöfen der Strecke befinden sich Güterschuppen mit einer Kapazität von 2-3 Güterwagen. Über diese Schuppen werden einfache Versandgüter umgeschlagen, die per Bahn angeliefert und per LKW zum Ziel transportiert werden sowie die umgekehrte Richtung: Anlieferung per LKW und Weitertransport per Bahn. Für diese Güter werden nahezu ausschließlich gedeckte Güterwagen verwendet. Einzige Ausnahmeist der Schuppen in Bergisch Rath: Er verfügt zusätzlich über einen an der Stirnseite des Schuppens angebauten Überladekran der die direkte Verladung zwischen LKW und offenen Wagen erlaubt. Bei den offenen Wagen kann es sich um die üblichen verdächtigen Rungen- oder Hochbordwagen handeln, aber auch Schiebedachwagen können beladen werden.  

Ähnliche Konstruktionen wie den Überladekran in Bergisch Rath hat es unter anderem in Kräwinklerbrücke (auf dem Bild) und an diversen weiteren Bahnhöfen gegeben.

Wagengattungen für den Umschlag an den Güterschuppen

Ladestraßen & Laderampe

Neben den Güterschuppen sind an allen drei Bahnhöfen Ladestraßen vorhanden, an denen beispielsweise Container des „Von Haus-zu-Haus Verkehr“ umgeschlagen werden können oder sperrige Güter sowie Waren, die direkt von der Ladefläche eines LKW auf Güterwagen umgeladen werden. Dementsprechend bunt ist die Mischung von Wagen, die hier eingesetzt wird:

Wagengattungen für den Umschlag an den Ladestrassen

Eine Serie von Postkarten des Werbeamts der Deutschen Bundesbahn vom Anfang der 1960er Jahre zeigt einige typische Situationen an Ladestraßen zur damaligen Zeit:

Entladung von Schüttgütern durch Förderband
Von Haus zu Haus mit Behältern der DB
Spezialwagen für Kühltransporte
Verladung durch Gabelstapler in modernen Kmmks

Schwellenwerk

Die Schwellenwerk stellt eine fiktive Betriebsstelle dar, die sowohl Waren per Bahn bezieht als auch versendet. Per Bahn versendet werden die produzierten Holzschwellen, die für die Zechen im Ruhrgebiet bestimmt sind, bezogen werden Verbrauchsmaterialien, die zur Imprägnierung der Holzschwellen und zum Betrieb der Maschinen benötigt werden.

Das Holz, welches als Basis für die Schwellen dient wird per LKW aus den umliegenden Wäldern angeliefert. Per Bahn kommen überwiegen die Chemikalien, die zur Imprägnierung der Schwellen benötigt werden.

Lagerfabrik

Die Firma Haeger & Co stellt die verschiedensten Lager für alle erdenklichen Anwendungsfälle her. Unter anderem werden hier auch Lager für Triebfahrzeuge und Wagen der Eisenbahn hergestellt.

Rohstoffe, die mit der Eisenbahn angeliefert werden, sind verschiedenste Eisen und Stähle aus dem nahegelegenen Ruhrgebiet sowie Werkzeuge, Chemikalien und Lacke zur Behandlung und Bearbeitung der Rohstoffe.

Der Abtransport der Lager erfolgt überwiegend mit der Bahn, je nach Größe der Lager in geeigneten Güterwagen.

Brennstoffhandel

Der etwa 3 Wagenlängen umfassende Anschluss des Brennstoffhandels dient der Anlieferung aller verkauften Waren. Neben verschiedenen Sorten von Kohle (Eierkohle, Briketts, Kohle) werden auch flüssige Brennstoffe verkauft. Der Weitertransport erfolgt entweder durch die Endkunden selber oder durch Firmen-LKW.
Der Güterumschlag erfolgt somit ausschließlich in eine Richtung, es werden keine Waren mit der Bahn abgefahren.

Wagengattungen für den Umschlag des Brennstoffhandels

Das unten verlinkte Youtube-Video von Hans-Uwe Daumann zeigt die Arbeit eines Kohlenhändlers 1985. Auch wenn dies etwa 20 Jahre nach der auf der Anlage dargestellten Zeit ist und es auch keinen Gleisanschluss gibt, so finden sich hier doch zahlreiche Details, die sich für das Jahr 1964 adaptieren lassen.

Drahtseilerei

In der Drahtseilerei werden verschiedene Seile und Kabel hergestellt. Die dafür notwendigen Rohstoffe sind Walzdrähte, aus denen die einzelnen Adern der Drahtseile und Kabel gezogen werden. Die Anlieferung der Walzdrähte erfolgt in Form von Drahtrollen, die überwiegend auf Rungenwagen angeliefert werden. Der Abtransport der fertigen Produkte erfolgt mittels Flach- und gedeckter Wagen, wobei per Flachwagen abtransportierte Kabel üblicherweise in verschlossenen Holztrommeln transportiert werden. 

Für einige Behandlungsschritte im Rahmen des Herstellungsprozesses von Kabeln sind Chemikalien für die Behandlung der Metalle erforderlich sowie Materialien zur Isolationsherstellung. Die Anlieferung der Chemikalien erfolgt mittels Kesselwagen, die Kunststoffe werden überwiegend mit Silowagen angeliefert, die per Druckluft entladen werden können.  

Ersatzteile und sonstige Verbrauchsgüter werden je nach Bedarf mit passenden Wagen angeliefert. Dabei entfällt auf die Anlieferung leerer Kabeltrommeln ein wesentlicher Teil des sonstigen Wagenverkehrs.

Somit ergibt sich für diesen Anschluss folgendes Bild in Bezug auf die eingesetzten Wagengattungen:

Tapetenfabrik

Die Tapetenfabrik benötigt neben dem obligatorischen Papier als Basismaterial für die Tapeten diverse flüssige Rohstoffe wie Farben und Kleber und Chemikalien zur Behandlung der Rohstoffe. Das Papier wird,  ebenso wie das Farbpulver, aus dem die Farben für die Bedruckung der Tapeten angemischt werden, mit gedeckten Wagen angeliefert. Die Lösungsmittel für diverse Zwecke kommen in Fässern an, für deren Transport ebenfalls gedeckte Wagen genutzt werden können sowie vereinzelt offene Wagen.

Schraubenfabrik

Bezieht wie die Drahtseilerei Walzdraht und Chemikalien zur Veredelung der Schrauben. Die fertigen Schrauben werden per Bahn und LKW versendet, die zur Herstellung verwendeten Materialien entsprechen denen der Drahtfabrik: