Alternativtext
Luftentfeuchter Ruby Dry  

Über die Problematik der Luftfeuchtigkeit habe ich bereits an anderer Stelle berichtet, hier geht es darum, diese Luftfeuchtigkeit im Modellbahnraum konstant auf ca. 50% zu halten. Zwangsläufig muss dazu ein elektronischer Luftentfeuchter her, die Kosten für ein solches Gerät liegen zwischen knapp 200 Euro und dem vielfachen davon. Inwieweit die günstigen Geräte den Ansprüchen genügen muss freilich jeder für sich selbst beantworten, ich möchte im folgenden Berichten was passiert, wenn man der Meinung ist, nicht auf andere hören zu müssen und eines der günstigeren Geräte kauft. Um es gleich vorweg zu nehmen: es hat sich alles zum Guten gewendet, nur war der Weg beschwerlicher als er hätte sein müssen.

Geräteauswahl

Im Spätsommer 2006 habe ich - weil die Luftfeuchtigkeit im geplanten Anlagenraum zeitweise zwischen 70% und 80% gependelt hat - damit begonnen, mich mit dem Kauf eines Luftentfeuchters zu beschäftigen. Das Gerät sollte nichts kosten, keinen Strom verbrauchen, wartungsfrei sowie lautlos sein, einen konstanten Abfluss haben und selber beim Über- bzw. Unterschreiten bestimmter Werte ein- bzw. ausschalten. Soviel zum Pflichtenheft. Die Geräte, die zumindest einen Teil der Vorgaben erfüllten waren entweder nicht in der Preisklasse die ich mir gesetzt hatte (das Gerät sollte nach Möglichkeit unter 300 Euro kosten), oder in diversen Foren schlecht bewertet (z.B. der Einhell LEF200). Das einzige Gerät welches nicht aus dem Raster gefallen ist war ein Gerät mit dem Namen "Ruby Dry", dieses Gerät wurde bei eBay für knapp über 200 Euro verkauft und sollte folgende Eigenschaften besitzen

Gewicht: 7 kg
Maße: 545 ( H) x 200 ( B ) x 430 ( L ) mm
Fassungsvermögen 5,5 L (automatischer Stop)
Stromversorgung: 230 V
Stromverbrauch: nur 435 Watt durchschnittlich ( ca. 0,3-0,55 kW)
Entfeuchtungsleistung : realistische 5L pro Tag
Tempertatureinsatzbereich: konstant ab 1°C
Leistungsaufnahme 0,29 - 0,56 kW
Feuchtigkeitsregelung von 40-60%
Geräuschpegel 29 dBA bis 45 dBA (3 Stufen Schaltung)Lufteintritt: linke Seite
Luftaustritt: oben
Hygrostat: eingebaut
Luftfilter: auswaschbar, optionaler Aktivkohlefilter liegt bei und kann bei Bedarf eingesetzt werden Entfeuchtungsscheibe: silikagel-beschichteter Adsorptionsrotor
Regeneration: Heizelement
Ventilator: radial, 3-stufig
Kondensator: Kunststoff
Kondensatabführung: 5,5 l Wassertank, überlaufgesichert, mit Kontrollampe oder Direktablauf:

Tücken der Technik

Im Wesentlichen also fast alles, was für mich im Pflichtenheft stand. Da das Gerät wohl relativ neu auf dem Markt war, konnte ich bis auf eine positive Bewertung bei Ciao.de nicht viel bezüglich der Zuverlässigkeit oder sonstige Probleme Erfahrung bringen. Letztendlich habe ich das Gerät dann gekauft, und knapp eine Woche später hier stehen gehabt. An sich bin ich mit der Leistung des Gerätes auch zufrieden, wenn da nicht das Problem mit dem Hygrostaten wäre, welches mich zu invasiven Umbaumaßnahmen gezwungen hat: Der Hygrostat regelt zwar, ob das Gerät der Luft weiter Feuchtigkeit entzieht oder nicht, er regelt jedoch nicht den eingebauten Ventilator. Soll bedeuten: Egal wie hoch oder niedrig die Luftfeuchtigkeit ist, das Gerät schaltet sich nicht komplett ab (oder an), der Lüfter läuft immer und verbraucht Strom! Das ganze ist kein Bug, sondern ein Feature…

Was also tun, wenn man nicht jeden Tag selber in den Keller rennen und das Gerät ein- und ausschalten möchte (was zudem ja auch nicht sonderlich genau den gewünschten Feuchtigkeitsgrad einhält)?


Zwei Optionen: Gerät wieder verkaufen, Verlust machen und dann noch mal einen "richtigen" Luftentfeuchter kaufen oder Hand anlegen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und mir folgendes überlegt: Das Gerät muss mit einem externen Hygrostaten komplett ein- und ausgeschaltet werden. Da die Silikatscheibe im Gerät aber 3 Minuten nachlaufen, und das Gerät nach der Unterbrechung der Stromzufuhr durch einen Taster neu gestartet werden muss, kommt eine einfache Schaltung der Steckdose nicht in Frage, sondern die Schaltung muss den Taster ersetzen. Also musste ein Hygrostat her, der einen Schaltimpuls auslösen kann. Fündig geworden bin ich bei ELV, bei den Produkten des Haussteuerungs-System FS20: Hier gibt es einen relativ günstigen (29,95 €) Hygrostatenbausatz, der per Funk ein Schaltmodul (17,39 €, ebenfalls als Bausatz) ansprechen kann, welches in der Lage ist den benötigten Impuls (nach entsprechender Einstellung mit einer ebenfalls zu beschaffenden Fernsteuerung) zum ersetzen des Tasters zu liefern. Im Verlauf des Umbaus hat sich noch gezeigt, dass mit der genannten Kombi nur der "Ein" Impuls erzeugt werden kann, da die Schaltausgänge keinen richtigen Impulsbetrieb beherrschen, sondern nur komplett oder für eine programmierbare Zeit eingeschaltet werden können, der "Aus"-Impuls also nicht erzeugt werden kann. Somit muss noch eine kleine selbst entworfene Schaltung her, um beim Ausschalten des Schaltausgangs den benötigten Impuls zu erzeugen.

Einbau eines Funkhygrostaten

Der Zusammenbau von Bausätzen und Schaltung ist einfach und geht innerhalb kürzester Zeit vonstatten, der Einbau des Schaltmoduls in den Luftentfeucher ist etwas komplizierter. Hier muss zunächst die obere Seite des Gehäuses entfernt werden um an die Steuerelektronik zu kommen, welche angenehm aufgeräumt ist. Es ist schnell ersichtlich, dass die Steuerelemente mit Niederspannung arbeiten (5V), die auch zur Versorgung des Schaltmoduls genutzt werden kann. Die dazu notwendigen Anschlüsse auf der Platine sind schnell gefunden, und nachdem auf der Schaltplatine Relais I angeschlossen wurde, welches durch die Transistorschaltung der Schaltplatine und die eigene Schaltung gesteuert wird, müssen die beiden Kabel nur noch an die Füße des Tasters angelötet werden. Damit wäre der Hardwareseitige Umbau abgeschlossen, die Schaltplatine kann jetzt noch im Gehäuse des Ruby-Dry untergebracht werden.

Funktionsprinzip

Der Hygrostat sendet beim Überschreiten der zuvor eingestellten Obergrenze den Befehl "Ein" an das Schaltmodul. Auf diesem Modul reagieren zwei der Vier Eingänge: Eingang 1 schaltet sich für eine Sekunde ein und erzeugt so durch Relais I den Schaltimpuls der den Luftenfeuchter einschaltet - da er sich nach einer Sekunde von selbst wieder ausschaltet, kann er für keine weiteren Funktionen wie z.B. zur Erzeugung des "Aus"-Impuls genutzt werden. Dazu wird der zweite Eingang benötigt: Er hat sich auch eingeschaltet, allerdings ist er nicht auf Impulsbetrieb programmiert, sondern auf Dauerbetrieb. Durch ihn zieht Relais II an und der Kondensator C1 wird geladen (siehe Schaltplan). Kommt nun der "Aus"-Befehl vom Hygrostaten fällt Relais II ab, durch die Transistorschaltung mit TS 1 wird Relais I mit der Ladung aus C1 wieder kurzzeitig angesteuert und erzeugt den "Aus"-Impuls.

Haftungsausschluss

Etwaige Nachbauten erfolgen auf eigenes Risiko. Ich übernehme weder die Haftung für defekte Geräte, Schäden die aus defekten Geräten oder fehlerhaufen Nachbauten resultieren noch darauf, dass die Schaltungen selbst funktionieren!