Alternativtext
Rückmeldedecoder für den RS-Bus  

Die Suche nach einem Selbstbauprojekt für die Rückmeldung via RS-Bus ist schwierig: während es Rückmeldemodule für den S88-Bus wie Sand am Meer gibt, gibt es - zumindest im deutschsprachigen Raum - keine Selbstbauprojekte für den RS-Bus (zumindest habe ich keine gefunden), sodass man auf die bekannten einheimischen Hersteller zurückgreifen muss. Sucht man allerdings nicht nur im deutschsprachigen Internet, kann man eine Seite aus Spanien finden (die zum Glück auch eine Englische Version anbietet) auf der eine Modulbaugruppe einen einfachen 8-fach Gleisbesetztmelder sowie einen mit Anschluss an den RS-Bus entwickelt hat. Zwar sind die Dateien zu diesen Projekten nicht frei verfügbar, man kann aber einzelne PCB's zusammen mit bereits programmierten PIC's für kleines Geld  kaufen (Der Erlös kommt dem Verein zugute).

Rückmelder mit Gleisbesetztmeldung

Eine Platine zusammen mit dem programmierten PIC kostet (Stand 12/07) 13 Euro, die weiteren Materialkosten liegen bei ungefähr 17,- Euro (Reichelt), somit summiert sich ein entsprechendes Rückmeldemodul auf 30,- Euro, also gut 20,- Euro pro Modul günstiger als z.B. für die Module  von Littfinski. Bei der von mir benötigten Menge von 6 Modulen liegt die Preisdifferenz schon bei 114,- Euro, wodurch sich die Versandkosten aus Spanien (gut 9,20 Euro) wieder refinanzieren.

Der ca. einstündige Zusammenbau stellt keine großen Ansprüche, lediglich die Einbaurichtung der BY255-Dioden (Kathode nach oben) und der LED (Kathode zum Taster) sind nicht aus der Bedruckung ersichtlich. Die Vorgehensweise, von den flachen zu den hohen Bauteilen zu bauen sollte bekannt sein...

Für Interessierte gibt es hier einen Warenkorb bei Reichelt. Enhalten sind alle Bauteile für den Aufbau einer Platine (natürlich ohne Gewähr).

ACHTUNG: Unbedingt die von Reichelt gelieferten Zener-Dioden überprüfen! Wenn die Decoder in Betrieb sind, muss hier eine Spannung von etwa 5,1 Volt anliegen. Reichelt hat mir bei mehreren Bestellungen falsche Dioden geliefert, hier lagen nur 4,5 bis 4,7 Volt an, wodurch die Module zwar alle einzeln funktioniert haben, das aber nur solange, wie keine zweites Modul an den RS-bus angeschlossen war!

Inbetriebnahme / Programmierung

Um die Module in Betrieb zu nehmen, werden sie entsprechend dem Schaltbild in der Anleitung angeschlossen. Die Adresse des Rückmeldemoduls ist bei der ersten Inbetriebnahme auf 65 eingestellt, um sie zu ändern, muss die Programmiertaste am Modul gedrückt werden bis die LED leuchtet, danach muss mit dem Steuergerät im Weichenmodus die Adresse geschaltet werden, die der gewünschten neuen Adresse des Rückmeldemoduls entspricht. Die LED sollte nun wieder aus sein, und das Modul die Rückmeldeinformationen über die neue Adresse übermitteln.

Rückmelder für Punkt- oder Schaltkontakte

Nicht immer müssen (längere) Gleise mit einer Rückmeldung überwacht werden, manchmal kann es sinnvoll sein, Schaltzustände oder Punktkontakte zu nutzen. Ein Beispiel für Punktkontakte wäre die genaue Bestimmung der Halteposition in den Gleisen eines Schattenbahnhofs. Theoretisch kann hier zwar mit einer separaten Gleisbesetzmeldung gearbeitet werden, diese ist jedoch teurer als z.B. eine Lichtschranke und funktioniert nur, wenn ein Verbraucher auf dem Gleis steht – mit geschobenen Wagen ohne Beleuchtung kommt man an dieser Stelle nicht weit, bzw. eher zu weit ;)

Neben dem oben vorgestellten Gleisbesetztmelder haben die Spanier auch ein einfaches Rückmeldemodul im Angebot. Eine Platine nebst PIC kostet ca. 11 Euro, die Bauteile auch nur wenige Euros, weshalb auch diese Modul eine Alternative zu denen der bekannten  Hersteller ist. Die Programmierung erfolgt durch den Anschluss des DCC-Signals an die Klemmen für die Stromversorgung. Nachdem der Rückmeldedecoder durch drücken der Taste in den Programmiermodus versetzt wurde, kann man durch einen Schaltbefehl mit der  Adresse, die das Modul annehmen soll, die Rückmeldeadresse einstellen.