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Stellschwelle mal anders  

Stellschwelle mal anders

Bei der Stellschwelle der neuen Tilligweichen (EW 5/6) ist erstmals der Klammerspitzenverschluss bei einem Großserienmodell angedeutet. Trotz dieser begrüßenswerten Entwicklung ist weiteres Optimierungspotential vorhanden, zudem eignet sich diese Schwelle wenn überhaupt nur zur Nachbildung einer Ferngestellten Weiche. Der Nachbildung von ferngestellten Weichenantrieben hat sich Lutz Kuhl bereits in der MIBA-Ausgabe 2/2006 angenommen: An die Zungen werden kleine Ösen angelötet, 0,4mm Messingdrähte eingehängt und seitlich in den Bereich der Antriebsattrappe auf eine Lochrasterplatine gelötet, wodurch die Zungen isoliert bleiben. Der Stelldraht greift an diesem Stück Platine an, die gesamte Konstruktion kann unter bzw. bei in der Antriebsattrappe verborgen werden. Insbesondere die Antriebsattrappen für die eingangs bereits erwähnten EW 5/6 von Tillig sind optimal für diesen Einsatzzweck geeignet,  da die Konstruktion aus einem Rahmen und einer Abdeckplatte besteht und ohne weiteres sofort verbaut werden kann.

Das Ganze auch ortsgestellt...

Für ortsgestellt Weichen entfällt die Möglichkeit, den Angriffpunkt der Stellstange in der Antriebsattrappe zu verstecken. Im Endeffekt bleibt hier nur die Möglichkeit, mit der Stellstange direkt am Spitzenverschluss an zu setzen, was im Gegenzug jedoch bedeutet, dass die Riegelstange an beiden Weichenzungen ansetzt, demzufolge beide Zungen auch elektrisch miteinander verbindet. Bei einigen Beschaltungslösungen mag dies ohne weiteres machbar sein, bei anderen nicht.

Ist dies nicht möglich, benötigt man folgendes Material, um eine optisch anspreche Antriebsattrappe nachzubilden: Messingrohr, Messingdraht, Messing-T-Profil, U-Profil und eine Kupferbeschichtete Pertinaxplatte. Zuerst werden von der Pertinaxplatte kleine Streifen abgetrennt und bis auf eine kleine Stelle die Kupferbeschichtung entfernt. Diese Streifen unter die Zunge gelötet  (der „isolierte“ Teil der Pertinaxplatte zeigt dabei zur Backenschiene),  ergeben später eine Klebefläche für die übrige Konstruktion, für die als erstes ein  xx mm langes Stück vom Messingrohr  abzutrennen, und auf ein kleines Stück des U-Profils zu löten ist. Ein Loch in dem U-Profil mit dem Durchmesser, das auch die Stellstange haben wird, dient später als Ansatzpunkt um die Weiche zu stellen. Als nächstes benötigt man ein kurzes Stück des Messingdrahtes. Nachdem das im vorherigen Schritt angefertigte Messingrohr aufgeschoben und per Augenmaß mittig verlötet ist, wird der Draht wie auf den Abbildungen zu sehen gebogen. Zum Abschluss erhalten zwei kleine Stücke des T-Profils eine 0,35 mm-Bohrungen, womit sie sich auf den gebogenen Draht aufschieben lassen. Verklebt man die nun fertige Drahtkonstruktion mit den aufgelöteten Pertinaxplättchen, ist die Nachbildung des Antriebs fertig. Hat man den Draht recht großzügig bemessen, kann er zusätzlich noch mit Weichenlaternen von Weinert bebunden werden und diese antreiben.