Alternativtext
V100.10 von Roco  

Das Modell der V10010 von Roco steht wie bei mir bei vielen Modellbahnern als eines der Arbeitstiere in der ausgehenden Epoche III auf der Anlage. Das Modell entspricht im wesentlichen dem Stand der heutigen Großserientechnik, kann aber mit ein wenig Aufwand noch verfeinert werden.

Einleitung

Als Basis für den Umbau kommt das Exemplar mit der Betriebsnummer V100 1064 zum Einsatz, also ein Modell der ersten Vorbildserie, welche in der Zeit von 1960 bis 1963 bei MAK in Kiel gefertigt wurde. Von dieser Vorbildserie wurden die Lokomotiven mit den Ordungsnummer 1044 bis 1063 mit einer Wendezugsteuerung versehen, weshalb das Modell, soll es denn vor einem Wendezug zum Einsatz kommen (klar, soll es, sonst würde ich es nicht erwähnen) sowohl Umbeschriftet (hmm, muss es das wirklich...?), als auch die Pufferbohlen "Aufgerüstet" werden müssen.
Zudem bieten sich - schliesslich ist das Modell ja grade in alle Einzelteile zerlegt - einige technische Verbesserungen an: Digitaldecoder (Lenz Gold), Sounddecoder (Tran GE70-2), neue Achsen RP25 "finescale" (Holger Gräler) und letztendlich ein neuer Motor (SB-Modellbau).
Neben diesen Änderungen wird die Inneneinrichtung farblich angepaßt.

Demontage

Zuerst steht wie bei jedem Umbau die komplette Demontage des Modells an. Wie bei Roco meistens üblich muss zunächst ein Teil des Gehäuses (in diesem Fall das Führerhaus) durch aufspreizen angenommen werden, die anderen Teile sind geschraubt.
Ansicht der fast komplett auseinander gebauten Lok; lediglich ein Drehgestell ist noch eingebaut, der auf diesem Bild zu sehende Lautsprecher ist letztendlich einem kleineren zum Opfer gefallen der auf der Unterseite der Lok eingebaut werden konnte.

Einbau Lautsprecher

Als Lautsprecher kommt das Modell von ESU mit der Bestellnummer 50441 (100 Ohm) zum Einsatz. Er hat einen Durchmesser von 20mm, mit der Schallkapsel 22mm und kann somit genau auf der Unterseite der Lok zwischen den Tanks versteckt werden.
Dazu wird einfach im Chassis mittig zwischen den Tanks mit einem Bohrer ein 22mm Loch gebohrt, Lautsprecher einpassen (nicht vergessen Drähte an den Lautsprecher zu löten), ankleben, fertig!

Pufferbohlen

Die Puffebohlen auf der Seite des kurzen Vorbaus wird mit folgenden Teilen von Weinert aufgerüstet: Federpuffern, Luftschläuche, Heizkupplung, Kupplungsflansch, Kupplung und einer Steuerleitung für Mehrfachtraktionen bzw. Wendezugsteuerung. Der NEM-Kupplungsschacht auf dieser Seite wird entfernt, die Lok ist fest für einen Wendezug vorgesehen, gleichzeitig wird in dem Bereich, in dem der NEM-Schacht gesessen hat, die Aussparung mit einem Messingprofil geschlossen.

Gehäusebearbeitung

Für den Golddecoder wird im Vorbau einiges an Platz benötigt. Eine der Massnahmen um genug Platz zu erhalten ist die Bearbeitung des Gehäuses. Oben auf dem langen Vorbau ist die Nachbildung einer Zugangsluke zu erkennen. Dieses Teil ist nicht wie man vermuten möchte angespritzt, es handel sich vielmehr um ein separat angesetztes Teil. Wenn man dieses Teil nach oben herausdrückt, ist in der Öffung ein Steg zu erkennen der recht tief in den Vorbau hineinragt und einiges an Platz benötig. Dieser Steg muss weg.
Im kurzen Vorbau findet sich ebenfalls ein Steg, dieser muss zum Teil abgeschliffen werden. Als Richtwert mag die Breite des GE70 dienen. Der Sounddecoder wird an dieser Stelle später quer eingebaut.

Beleuchtung

Da die Werksseitig eingebauten Lämpchen relativ viel Platz in Anspruch nehmen und ungünstig weit in den Vorbau ragend auf der Platine sitzen, werden auch sie dem Umbau zum Opfer fallen. Ziel ist es, die nun zum Einsatz kommenden LED´s möglichst nah an Front und Heck zu positionieren, um genug Platz für die Decoder zu haben.
Im kurzen Vorbau muss dazu nicht viel gemacht werden, hier werden die LED´s einfach vor dem Lichtleiter in das Gehäuse eingeklebt.
Anders sieht es jedoch im langen Vorbau aus: Hier müssen die beiden Lichtleiter gekürzt werden. Dies erfolgt einfach mit einem Dremel. Ist die geschehen, erhalten die Lichtleiter noch einen Anstrich mit wasserlöslicher Farbe um unschöne Beleuchtungseffekte durch Streulicht zu vermeiden.

Die LED`s habe ich erst nach dem Einbau der Decoder eingeklebt, also noch nicht an dieser Stelle!

Motortausch

Der Motortausch gestaltet sich erfreulich einfach: Alter Motor raus, neuer Motor rein (kann man ohne festen Vorsatz nicht falsch einbauen), fertig!

Die Decoder

Nun sollten die platzschaffenden Massnahmen abgeschlossen sein und der Einbau der Decoder kann beginnen. Der Gold-Decoder von Lenz wird mit der Steckerseite zum Führerhaus hin im Bereich des langen Vorbaus, möglichst weit nach vorne eingeklebt. Die Kabel werden zunächst einfach durch die mittige Öffnung zur Seite geführt.

Finescale Radsätze

Ebenso einfach wie der Austausch des Motors gestaltet sich der Austausch der Achsen: Abdeckplatte aufschrauben, alte Achsen raus, neue rein, Abdeckplatte wieder aufschrauben, fertig.

Führerhaus

Im bereich des Führerhaus sind einige kleine Arbeiten fällig: Die Griffstangen neben den Türen werden in RAL 3004 (Purpurrot) lackiert, von der Inneneinrichtung wird ein Stück herausgetrennt damit die Steckerleiste auf der Platine hindurchragen kann, der Rest wird auch farblich behandelt.

Griffstangen

Zum Abschluß des Umbau kommen die Griffstangen an den Aufstiegen an die Reihe und werden durch 0,3mm Peilstangen von Weinert ausgetauscht. Dazu werden die Kunststoffstangen an den Roco-Teilen mit einem Seitenschneider abgekniffen und die Halterungen aufgebohrt. Anschließend müssen die Peilstangen noch auf die richtige Länge gebracht und (für den längeren Vorbau) gebogen werden.

Literatur

Das Standardwerk zum Thema V100 dürfte zweifelsfrei das Buch "Die Baureihe V100" von Peter Große und Josef Högemann aus dem EK-Verlag sein:

Format: 210 x 297mm
440 Seiten
ca. 500 s/w-Abbildungen
ca. 150 Farbabbildungen
Preis: 45,50 Euro

Eine gute Rezension findet sich unter http://www.elektrolok.de/xR/ek-v100.htm